Wenn ein geliebter Mensch stirbt, sind auch Kinder betroffen. Doch sie zeigen ihre Trauer oft ganz anders als Erwachsene. Auf tiefe Traurigkeit kann unvermittelt ausgelassenes Spielen folgen. Das ist kein Zeichen von Gleichgültigkeit, sondern die Art, wie Kinder Schweres in kleinen, erträglichen Portionen verarbeiten.
Wie Kinder trauern
Trauer zeigt sich bei Kindern je nach Alter sehr unterschiedlich:
- Kleine Kinder verstehen den Tod noch nicht als endgültig und fragen oft wiederholt nach der verstorbenen Person.
- Kinder im Grundschulalter beginnen zu begreifen, dass der Tod unumkehrbar ist. Sie stellen viele, manchmal sehr direkte Fragen.
- Jugendliche trauern eher wie Erwachsene, ziehen sich aber häufiger zurück.
Schweigen, Spielen, Wutausbrüche oder auch körperliche Beschwerden wie Bauchweh sind normale Reaktionen.
Kinder trauern nicht weniger als Erwachsene, nur in anderen Wellen.
Was Kindern jetzt hilft
Ehrlich und altersgerecht sprechen. Verwenden Sie klare Worte wie „gestorben“ statt beschönigender Umschreibungen wie „eingeschlafen“, die Ängste auslösen können.
Fragen zulassen. Beantworten Sie Fragen ruhig und ehrlich. „Ich weiß es auch nicht“ ist eine gute Antwort, wenn Sie keine haben.
Gefühle erlauben. Zeigen Sie ruhig auch Ihre eigene Trauer. So lernt das Kind, dass Weinen erlaubt ist.
Rituale anbieten. Ein Bild malen, eine Kerze anzünden oder etwas mit ins Grab legen: Solche Rituale geben Halt.
Kinder beim Abschied einbeziehen
Viele Eltern fragen sich, ob ein Kind an der Trauerfeier teilnehmen sollte. Grundsätzlich gilt: Kinder sollten die Möglichkeit haben, dabei zu sein. Aber niemand sollte sie dazu drängen. Bereiten Sie das Kind darauf vor, was es erwartet. Sorgen Sie dafür, dass eine vertraute Person sich ganz um das Kind kümmern kann.
Wir sind für die ganze Familie da
In unserer Begleitung denken wir auch an die Jüngsten. Gern geben wir Ihnen Anregungen, wie Sie Kinder einfühlsam einbeziehen. Bei Bedarf vermitteln wir Kontakt zu spezialisierten Trauerangeboten in Ulm und der Region.



